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Grenzen setzen lernen

von | 6 Jul, 2020 | Persönlichkeitsentwicklung | 0 Kommentare

Möchtest du nicht auch endlich Grenzen setzen und lernen, „nein“ zu sagen?

Passiert es dir öfter, dass man über deine Grenzen tritt, dir irgendwelche Aufgaben aufbrummt, oder dich einfach nur verletzt?

Wenn dem so ist, liegt das daran, dass du das mit dir machen lässt!

Viele wissen gar nicht, dass man über Ihre Grenzen tritt und lassen sich ein ganzes Leben lang herumschupsen. Es fühlt sich zwar schlecht an, aber etwas daran zu ändern würde einiges an Arbeit und Mut kosten.

Wie man seine Grenzen setzen kann und angemessen kommuniziert, erfahrt ihr hier

1. Warum werden deine Grenzen missachtet?

Lässt sich jemand schlecht behandeln, kommt dieses Verhaltensmuster meist aus der Kindheit. Mangelndes Selbstwertgefühl, Ängste oder die Sucht nach Harmonie sind die Hauptauslöser dafür.

Oft werden diese Mechanismen unbewusst ausgelebt, und bleiben deshalb ein Leben lang ungeprüft. Die Ursachen sind also Emotional bedingt. Egal wie es bisher aber war, du hast zu jederzeit die Möglichkeit, das zu ändern.

Fangen wir also mit den Gründen an.

Einziger Hauptgrund:

  • Du setzt deine Grenzen nicht!

Man könnte da jetzt weit ausholen und die verschiedensten Gründe aufzählen. Wenn man es aber klar auf den Punkt bringen will, ist dies der einzige Grund!

Grenzen werden fast nie übertreten – sondern einfach nur nicht gesetzt!

Ich habe mich letztens selbst erwischt, wie ich mich über jemanden beschwert habe, der meine Grenze übertreten ist. Mir wurde eine Aufgabe aufgedrungen, obwohl es eigentlich seine war.

Eine Freundin hat mich darauf hin ganz flapsig gefragt, wieso ich das dieser Person denn nicht einfach gesagt habe.

Einfacher Satz mit viel Wirkung.

Ich kam mir in diesem Moment ziemlich blöd vor, weil ich das erste Mal erkannte, dass nicht die anderen die „bösen“ sind, sondern ich einfach keine Grenze gesetzt habe!

Wie will jemand deine Grenzen achten, wenn du diese nicht setzt?

2. Auf welchen Arten deine Grenzen übertreten werden

Je nach Persönlichkeit der betroffenen Person, passiert das auf unterschiedliche Art und Weise. Hier ein paar Beispiele:

  • Der „Gefallen“– Du wirst um Etwas gebeten worauf du keine Lust hast; aber du stimmst trotzdem zu? Ganz klar eine nicht gesetzte Grenzen!

Info:

Ich meine keineswegs, niemanden mehr einen Gefallen zu erweisen! Jemandem einen echten Gefallen tun ist Balsam für die Seele und immer ein Gewinn für beide Parteien.

  • Etwas aufdrängen– Dir wird von einem Kollegen einfach seine Aufgabe aufgedrängt, obwohl er nicht dein Chef ist? Wenn sich bei dir jemand so etwas erlaubt, frage dich wieso.
  • Dich verarschen– Spott, Hohn oder auch kleinere Stichelelein haben nichts mit Spaß zu tun. Würdest du jemanden verarschen den du so richtig respektierst? Menschen die respektiert werden tun vor allen Dingen eins: Grenzen setzen! Genau das wird so stark an diesem Personen geschätzt.
  • Dich warten lassen! Ja Leute das mag jetzt erstmal hart klingen, aber zu spät kommst ist definitiv eine Grenzüberschreitung! Es ist einfach respektlos die anderen warten zu lassen, obwohl ein klarer Zeitpunkt Vereinbart war. Wenn du ein notorischer zu Spät-Kommer bist, möchte ich dir eine Frage stellen: Wieso schaffst du es, beim Bewerbungsgespräch absolut pünktlich zu sein?
  • Geld leihen und nicht zurück geben Man sollte zwar versuchen, sein Leben ohne Leihgaben auf die Reihe zu bekommen, aber manchmal geht es eben nicht anders. Sich bei jemandem Geld leihen und es nicht zurück zahlen oder einfach tot zu schweigen, ist ebenfalls eine Grenzüberschreitung!

Aufgepasst!:

All diese Punkte entstehen nur durch nicht gesetzte Grenzen! Sobald so Etwas ein zweites Mal passiert, ist es dein Ding.

2. Wie man seine Grenzen setzt!

Bevor es ans Eingemachte geht, müssen wir natürlich herausfinden, was unsere Grenzen sind.

Richtig festlegen kann man das nicht, denn je nach deiner Stimmung oder der emotionalen Verbindung zu deinem Gegenüber sind diese komplett verschieden.

Ein gut entwickelter Mensch erkennt diese Grenzen dann je nach Stimmung automatisch und achtet diese natürlich auch!

Wenn du aber folgende Schritte beachtest, hast du damit eine Art Universalwerkzeug, welches dir in jeder Situation eine Antwort geben kann.

1. Bewusstwerdung – Du spürst, dass da etwas passiert, was du nicht möchtest.

 

  • Innehalten– Wenn du um einen Gefallen gebeten wirst halte kurz inne und frage dich: „will ich das wirklich?“ Damit unterbrichst du den Automatismus und triffst diese Entscheidung bewusst.
  • Lausche dem Bauchgefühl – Bist du gedanklich grade in der Pause, kannst du diese Zeit nutzen um in die hinein zu hören: Fühlst du ein angenehmes „Gerne-Gefühl“? Oder spürst du, wie sich ein Widerstand aufbaut? Fühlt es sich für dich harmonisch an oder nicht? Wenn man einmal auf den Trichter gekommen ist, denkst man: „Ahh, jetzt weiß ich was ich mein Leben lang ignoriert habe“.

Hast du es geschafft während eines Dialogs zu spüren, dass du dieses oder jenes eigentlich nicht willst, ist das schon Mal die halbe Miete.

Du hast dir in diesem Moment bewusst gemacht, dass deine Grenze übertreten wurde.

Nach kurzer Zeit schon wirst du automatisch dein Bauchgefühl fragen, ob dir das jetzt zu weit geht oder nicht. Das ist wirklich total einfach und im Grunde genommen, wisst ihr alle schon wie es geht:

Info:
Jedes mal wenn ihr etwas tut, dass ihr im Nachhinein bereut habt, wurde eure Grenze auch überschritten – von euch selbst!

2. Erkenntnis und Plan – Lerne deine Grenzen kennen

Bist du erstmal geübt darin, in dich hinein zu fühlen, wirst du immer öfter Grenzüberschreitungen erkennen und deuten können.

  • Mache dir Grenzen aktiv bewusst– Sobald dir sowas auffällt, merke es dir oder schreibe es sogar auf. Sammele diese Daten, bis du ein Gefühl dafür bekommst; es geht hier schließlich um dich!
  • Überlege dir, bis wohin man dir gehen kann– Überlege dir, bis wohin diese Person in jener Situation hätte gehen dürfen ohne dich zu verletzen oder dergleichen. Das bringt dich in die Lage eventuell Alternativen oder Kompromisse anbieten zu können.
  • Plane dein „erstes Mal;)“ – Lege für dich eine passende Situation fest, in der du das erste mal aktiv deine Grenze kommunizieren willst. Male dir diese Situation aus und freunde dich damit an.

Und jetzt lasst uns ohne weitere Wort zur Tat voranschreiten!

3. Tun – Grenzen kommunizieren:

Anfangs kostet es wirklich sehr viel Überwindung das erste Mal „nein!“ zu sagen. Einige Grenzen die gezogen werden wollen, verlangen alles von dir ab oder können sogar eine richtige Lebensaufgabe sein.

Diese Dynamik kommt oft in Familienverhältnissen vor; da ist es nämlich so, dass nicht nur die Angst davor „nein“ zu sagen, hinderlich ist, sondern auch noch andere Gefühle wie z.B. Schuld oder Pflichtgefühl dazwischen stehen.

  • Fang klein an– suche zunächst eine Kleinigkeit welche dich emotional nicht so sehr berührt:

Sage beispielsweise deinem Kollegen, dass er doch bitte auch die Kaffeetassen in die Spülmaschine stellt, weil du die sonst immer reinräumen musst.

Oder wenn sich mal wieder jemand deinen Tacker vom Tisch genommen hat, ohne diesen zurück zu stellen.

Fordere Geld zurück, dass Leute dir schulden. Auch wenn es nur kleine Beträge sind.

Sage deinem Chef, dass du heute keine Überstunden machen kannst.

  • Höflich aber bestimmt – bist du jetzt in der entsprechenden Situation, sage in freundlichem Ton: „Ich möchte das nicht“, „Hey Marvin, könntest du bitte deine Tasse immer gleich in die Spülmaschine stellen, das wäre klasse von dir!“, „Ich habe heute leider keine Zeit länger zu bleiben
  • Bleib am Ball – gut möglich, dass es Anfangs nicht sofort funktioniert und du dich überreden lässt oder der gleichen. Nicht verzagen, einfach nochmal versuchen!

Auch solche Themen sind reine Übungssache!

  • Nimm dir die härten Fälle vor– sobald du Übung hast kannst du anfangen, deine Grenzen auszuweiten. Es gibt leider viele Menschen, die es ihr ganzes Leben lang nicht schaffen gewisse Grenzen zu ziehen.

 

  • Mache dir bewusst, wieso du das tust – einer der Inbegriffe von Selbstliebe ist es, nicht über seine Grenzen treten zu lassen und diese höflich aber bestimmt zu verteidigen.Du kannst dir selbst kein größeres Geschenk machen als anzufangen, dich Stück für Stück dahin durchzuringen.

4. Zusammenfassung:

Du gehörst auch zu denjenigen die schlecht mit sich umspringen lassen? Dann tue gefälligst was dagegen!

Du kannst erst wirklich frei sein, wenn du soviel Selbstachtung hast, dass du so etwas ab sofort nicht mehr zulässt.

Sei dir im Klaren darüber, dass es die meisten Menschen nicht böse meinen, wenn sie über deine Grenzen treten. Denn – wer seine eigenen Grenzen nicht kennt und setzt, kann diese auch bei anderen nicht erkennen und achten.

Sei deshalb den anderen und, – vor allem dir selbst – ein gutes Beispiel, und mache dich mit dieser Schlüsselfähigkeit vertraut.

So machst du nicht nur dir Selbst ein tolles Geschenk, sondern auch den anderen, weil du zeigst wie es geht!

Über einen Kommentar würde ich mich freuen, bis bald 😀

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